Erziehungstipp April

Erziehungstipp April

Gefühlskarten Trolle KJP-Verlag (Illustration: Kit Karausche)
Gefühlskarten Trolle KJP-Verlag (Illustration: Kit Karausche)

Immer wieder erleben wir es in Gesprächen mit Eltern, dass diese uns ganz kleinlaut und schuldbewusst erzählen: „ja ich bin da dran schuld, ich hätte konsequenter sein müssen…“ oder auch: „das liegt wahrscheinlich an uns, weil wir …“

Wenn Kinder und Jugendliche Probleme haben, haben Eltern oft das Gefühl, etwas falsch gemacht zu haben. Wären sie doch konsequenter gewesen, hätten sie doch von Anfang an verlangt im eigenen Bett zu schlafen, hätten sie gar nicht erst begonnen das Kind mit dem Auto in die Schule zu fahren etc.

Wir möchten in diesem Erziehungstipp die Eltern aus der Schusslinie nehmen. Normalerweise ist es so, dass Eltern immer das Beste für ihre Kinder wollen. Woher kommt dann also das oft „schlechte“ Gewissen der Eltern? Vielleicht weil es so viele Ratgeber und Erziehungstipps gibt? Weil ja überall steht, wie man es gut bzw. besser machen kann? Vielleicht…

… Vielleicht aber auch, weil Eltern manchmal ganz genau merken, dass etwas nicht gut läuft aber nichts daran ändern können. Weil eigentlich ein ganz anderes Problem dahinter steht. Oft haben Eltern Probleme damit Konsequenzen auszusprechen oder einzuhalten, weil sie eigentlich ein schlechtes Gewissen dem Kind gegenüber haben. „Ich bin ja so oft in der Arbeit, da mag ich daheim in der kurzen Zeit doch nicht schimpfen…“   „Jetzt haben wir uns scheiden lassen und das Kind hat sowieso schon so viel mitgemacht, da kann ich doch auch mal ein Auge zudrücken…“

Und da liegt die eigentliche Lösung des Problems: wenn Sie das Gefühl an Ihren Kindern etwas Gut machen zu müssen, dann setzen Sie sich mit dieser Thematik auseinander. Haben Sie z.B. wenig Zeit? Dann schauen Sie, ob sie vielleicht doch ein paar Minuten mehr abzwacken können, in denen Sie Ihre Aufmerksamkeit ganz den Kindern widmen oä.

In schwierigen Fällen helfen wir oder andere Fachstellen, manchmal genügt schon eine kurze Beratung und Sie sehen die Dinge wieder klarer.

Und denken Sie daran: im Grunde wollen Sie für Ihre Kinder nur das Beste!

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