Mehr Streit als sonst?

Aufgrund des Lockdowns und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen sind wir - zum wahrscheinlich ersten Mal - auf unseren "Hausstand" begrenzt. Und in diesen Grenzen spielt sich eben alles ab. Wo man früher abends noch mit den Freundinnen über die üblichen Streitigkeiten zu Hause lästern und sich Luft verschaffen konnte, ist man heute bestenfalls auf ein Zoom-Meeting angewiesen. Während man früher mit den Kollegen über die Arbeit und auch Privates sprechen und sich austauschen konnte sitzt man heute im Homeoffice und hat nebenbei noch die Kinder zu versorgen (inklusive Schulbildung etc.).
Es bleibt also alles im Hausstand hängen, auch der Haussegen, und der manchmal ganz schief. Ein externes Ereignis (Lockdown) wirkt sich unmittelbar auf unser internes Erleben aus. Theoretisch war der Streit und die dicke Luft also vorhersehbar.

Warum gelingt es dann manchen doch ganz gut, mit dieser Situation umzugehen? Was immer gegen Stress hilft: Ausgleich. Gar nicht so leicht in dieser Zeit, aber doch machbar. Ein Spaziergang, Sport, ein Bad, sich mit der Kinderbetreuung abwechseln, Austausch mit Freunden (coronakonform ja auch in "echt" möglich). Und vor allem: sich klar machen, was für eine verrückte Zeit gerade herrscht und welche hohen Anforderungen an UNS ALLE gestellt werden. Nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen, nicht alles persönlich nehmen, vielleicht öfter einfach mal durchatmen und sich klar machen, dass auch diese Krise vorüber gehen wird.
Und aus psychologischer Sicht: noch keine Scheidung planen. Mitten in der Krise ist das nicht ratsam, mit Lockdown-Ende wird sich vieles wieder erholen. Sie werden sehen.

Bis dahin: gute Nerven wünschen
Stefanie Dechant und Gabriele Müllner-Kobler

PS: und zögern Sie nicht, bei Unsicherheiten einen Fachmann zu konsultieren (Hausarzt, Kinderarzt, Familienberatungsstelle, Kinderpsychotherapeuten etc.)

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